Berufswahlprozess

Kooperationsmodell

Damit den Jugendlichen der erstmalige berufliche Übergang gelingt, ist es wichtig, dass die daran beteiligten Personen ihre besonderen Aufgaben und Möglichkeiten zu deren Unterstützung wahrnehmen und sich auch gegenseitig unterstützen. Kooperation ist die Voraussetzung ­dafür, dass die Ziele der Berufswahlvorbereitung erreicht werden.

Aufgabenschwerpunkte der Familie
Die Jugendlichen und ihre Eltern sind zuständig für alle Entscheidungen auf dem Weg zur Berufsfindung, für die Wahl des Berufes und für alle weiteren Laufbahnentscheidungen, die später anstehen.
Was können Eltern zur Berufswahl ihrer Kinder beitragen? Den Jugendlichen dieser Altersstufe hilft am meisten hilft das offene, partnerschaftliche Gespräch zum richtigen Zeitpunkt, also kein Lenken und Dirigieren und keine Überhäufung mit wohlgemeinten Ratschlägen.

Eine sinnvolle Hilfe der Eltern besteht darin, dass sie

  • die Jugendlichen in ihrem Selbstständigkeitsstreben, ihren Traumvorstellungen, Unsicherheiten und schwankenden Interessen ernst nehmen und akzeptieren.
  • Interesse für ihre Pläne und Ideen bekunden, detaillierte Fragen dazu stellen und sie dazu anregen, sich berufskundliche Unterlagen zu verschaffen.
  • Berufswünsche, auch «unmögliche», ernst nehmen und diskret behandeln, keine Werturteile über Berufe abgeben, jedoch helfen, die Inhalte der Wunschberufe kennen zu lernen.
  • sich für die Bemühungen zur Berufswahlvorbereitung in der Schule interessieren und diese nach Möglichkeit ­unterstützen.
  • den Kontakt mit der Berufsberatung in die Wege leiten, deren Beiträge zur Klärung der Interessen, Fähigkeiten und beruflichen Möglichkeiten als Anregung verstehen, mit den eigenen Beobachtungen und Erfahrungen vergleichen und mit Sohn oder Tochter besprechen.
  • bei der Bewerbung um Schnupperlehren oder Lehrstellen Unterstützung und Aufmunterung geben und die Planung von alternativen Möglichkeiten anregen.
  • einerseits nicht drängen bzw. nötigenfalls ein Weiterbildungsjahr ins Auge fassen und anderseits mit ihrem Interesse dafür sorgen, dass der Berufsfindungsprozess weitergeht.

Jahrespläne

Die Lernschritte sind unterschiedlich gross und der Lernprozess verläuft häufig nicht linear. Die Jahrespläne des Berufswahlunterrichts werden in der Praxis meist auf drei oder zwei Jahre verteilt.
Für den Berufswahlunterricht werden unterschiedliche Lektionenzahlen eingesetzt:

  • beim Schultyp mit Grundansprüchen durchschnittlich 30 bis 40 Stunden pro Jahr,
  • beim Schultyp mit mittleren Ansprüchen durchschnittlich 20 bis 25 Stunden pro Jahr,
  • beim Schultyp mit erweiterten Ansprüchen durchschnittlich 15 bis 20 Stunden pro Jahr.

Die Kantone legen die Zeitgefässe und die schulorganisatorischen Bestimmungen des Berufswahlunterrichts fest. Diese Vorgaben werden in den Jahresplänen der Schulen aufgenommen.

Berufswahlfahrplan

Im Berufswahlunterricht wird vom aktuellen, persönlichen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler ausgegangen. Die Lehrperson berücksichtigt Lernstil, Lerntempo, Lernbereitschaft und Lerninteresse der Schülerinnen und Schüler. Sie setzt individualisierende Methoden wie beispielsweise Portfolio, Förderpläne oder Lernverträge ein.

Der Berufswahlfahrplan zeigt, wie die Aktivitäten zur Berufswahlvorbereitung und Berufsfindung im Schulunterricht auf die Oberstufenjahre verteilt werden können. Viele Schulen haben diesen oder einen ähnlichen Fahrplan. Die Eltern sehen beim Berufswahlfahrplan, wann welche Themen aktuell sind.